Zwei Sekunden sorgen für heftige Tagesschau-Beschimpfungen – eine kommentierende Analyse


86.400 Sekunden sendet Das Erste täglich. 18 Sekunden, die als Video bei Twitter veröffentlicht wurden, haben zu Diskussion darüber geführt, ob die Tagesschau im Ersten Medien manipuliert. Genaugenommen geht es sogar nur um die letzten zwei Sekunden. Wer konzentriert hinhört, kann Buhrufe hören. Und das hat einige Menschen im Internet zur digitalen Weißglut gebracht.

Was steckt dahinter?

Vorwürfe und Gegenargumente

Vorwürfe und Anschuldigungen gibt es unzählige. Sie lassen sich bei Twitter und Facebook nachlesen. Hier geht es um die Hauptpunkte. Dabei werden einige Denkanstöße geliefert, weshalb das ganze doch nicht so ein Skandal ist, wie die Kritik vermuten lässt.

Die jeweiligen Gegenargumente und mehr Informationen lassen sich durch ein Klicken auf „+“ anzeigen.

Manipulation des Tonmaterials / ''Tagesschau'' drehte Buhrufe für Trump ''etwas lauter'' (Schlagzeile ''Die Welt'')
Grenzüberschreitung bei einer Nachrichtensendung: Der Applaus wird nicht lauter gestellt, nur die Buhrufe
Die Gegner Trumps werden bevorzugt
Wenn Töne beliebig laut oder leiser gestellt werden, dann könnte ja alles gefäscht werden
Die Rache der ARD an den Fakten, dass nicht Merkel, sondern Trump beim Abendessen eingerahmt war von Siemens und SAP. (Kommentar eines Facebook-Nutzer)

Der Versuch

Am Sonntag, 28.01.18, durfte ich währen der Veranstaltung „Gott im Kino“ in Limbach-Oberfrohna über das Thema „Fakenews“ sprechen. Dazu machte ich einen kleinen Versuch, der an die Situation mit Trump und den Buhrufern anknüpfte. Ich es mal praktisch durchgespielt mit dem Mikro auf der Bühne und den Buhrufen in der letzten Reihe. Es hat gut und überzeugend geklappt… Es war eindeutig hörbar, dass die Buhrufe über die Saallautsprecher kaum zu hören waren, wohl aber im Kinosaal. Und dann habe ich das Mikro am ausgestreckten Arm gehalten. Meine Stimme war im Saal zu hören, aber nicht über die Lautsprecher.

Was lernen wir daraus?

Das Mikro überträgt nur das, was direkt davor gesagt wird. Alles andere ist maximal leise im Hintergrund zu hören. Will so etwas dokumentieren, muss das der Tonkanal für das Mikro lautet gestellt werden.